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Alternativer Kieler Kongress zum GES

Eine andere Welt ist nötig!

01.03.2011 In der letzten Ausgabe der LinX (02-2011) berichteten wir über die Ziele des Global Economic Symposium (GES) als neoliberale Denkfabrik des Kieler Instituts für Weltwirtschaft.
In den vergangenen Jahren wurden dagegen von globalisierungskritischen Organisationen in Zusammenarbeit mit dem politischen Kirchentag in Plön Perspektiven für eine gerechtere Welt diskutiert.
 

Das GES hatte sich in die Türkei zurückgezogen, nachdem das Fielmann-Schloss nicht mehr für derartige Veranstaltungen zur Verfügung gestellt wurde. Jetzt greift die schwarz-gelbe Landesregierung in Schleswig-Holstein, die gerade eine Politik des Sozialkahlschlags zu Lasten der ärmeren und bedürftigen Menschen beschlossen hat, dem Kieler Weltwirtschaftsinstitut hilfreich unter die Arme und fördert das Symposium mit einer halben Million Euro. Genauso kritiklos ist auch die Stadt Kiel mit dabei und das GES soll zukünftig regelmäßig in Kiel stattfinden. Kiel als Denkfabrik für den Neoliberalismus und weltweite Konzerne.

 

Attac Kiel will jetzt die Initiative für einen Gegenkongress ergreifen, in dem die Fortsetzung von Ausplünderung, Ausbeutung, Sozialabbau, Ausgrenzung, Krieg, Unterdrückung und Umweltzerstörung durch die kapitalistische weltweite Profitlogik angegriffen werden soll. Gleichzeitig geht es darum alternative Projekte und Möglichkeiten zu kapitalistischem Wettbewerb, Wachstum und dem Raubbau an Mensch und Natur zu diskutieren, zu entwickeln und umzusetzen. Soziale Netzwerke sollen verknüpft werden. Sicherlich ein hoch gestecktes Ziel, aber eine andere Welt ist nötig und möglich!

 

Planung eines alternativen Projektes zum GES

 

Zu einer ersten Beratung lädt ATTAC-Kiel ein und wendet sich damit an alle Organisationen, die für eine andere Welt aktiv werden wollen.

 

ATTAC Kiel schreibt dazu in der Einladung: „Angesichts der sozialen, ökonomischen und ökologischen Krisen in der Welt finden wir den häufigen Hinweis darauf, dass es zu der herrschenden Wirtschafts-, Sozial- und Agrarpolitik keine grundsätzlichen Alternativen gäbe ....

 

Anlässlich des Global Economic Symposiums (GES), das vom 4.-6. Oktober in diesem Jahr vom Kieler Institut für Weltwirtschaft durchgeführt wird und dessen “wissenschaftliche Politikberatung“ sich weitgehend auf die Koordinaten des herrschenden marktwirtschaftlichen Systems beschränkt, soll auf dem Kieler Kongress „Eine andere Welt ist nötig“ darüber hinaus gedacht werden. Zur Beteiligung und Ausgestaltung eines solchen Kongresses laden wir alle Personen und Organisationen ein, die daran interessiert sind.

 

Bisher hat sich dazu eine ATTAC AG getroffen, die einen ersten Strukturvorschlag entwickelt hat. Sowohl das Format als auch die Themen sind vorläufig und mit künftigen PartnerInnen veränderbar. ATTAC versteht sich als Initiator und nicht als alleiniger Veranstalter eines solchen alternativen Kongresses. Dieser Kongress soll das Projekt aller beteiligten Organisationen werden.“

 

 

 

Konzept- und Strukturvorschlag für einen “Kieler Kongress“

 

Freitag, 30.9., 18.00 Uhr Eingangsplenum

 

20.00 Uhr, Musik- und Kulturveranstaltung

 

Sonnabend, 1.10.,

 

10.00 - 12.00 Uhr, Workshops

 

12.00 - 13.30 Uhr, Mittagspause

 

13.30 - 15.30 Uhr, Workshops

 

16.00 Uhr - 18.00 Uhr, Abschlussplenum

 

 

 

Themenblöcke:

 

Themenvorstellungen, die natürlich von den jeweiligen Organisatoren und Organisatorinnen eines Workshops konkreter ausformuliert und verändert werden können. Dabei erscheint uns im Rahmen der Workshops vor allem die Beschäftigung mit Alternativen zu den herrschenden Verhältnissen interessant. Einige Themenvorschläge:

 

•          Wirtschaftliches Wachstum: Krisen, kritische Analyse des "Wachstumszwangs" und Alternativen

 

•          Welternährung, Agroindustrie und alternative Landwirtschaft

 

•          Kritik der Finanzmärkte und der Finanzordnung

 

•          Neoliberalismus und Sozialabbau: Sparpolitik, Haushaltssanierungen und wachsende Armut

 

•          Der Ausverkauf öffentlicher Güter als Angriff auf die Daseinsvorsorge

 

•          Deglobalisierung und Regionalisierung: z. B. Ernährungssouveränität

 

•          Konzepte direkter Demokratie und regionales Wirtschaften

 

•          Ressourcenknappheit, Weltmärkte und Kriegsgefahr

 

Es soll versucht werden, für die jeweiligen Schwerpunkte kritische FachreferentInnen aus der sozialen Bewegung und aus internationalen Netzwerken zu gewinnen. Wenn möglich, kann in Anlehnung an die Weltsozialforen eine gemeinsame Abschlusserklärung herausgegeben werden. Im Gegensatz zu dem von internationalen Konzernen und der Landesregierung gesponserten GES hat der Alternative Kongress nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Aber wo ein gemeinsamer Wille ist, gibt es einen Weg!

 

(uws)

 

 

 

Erstes Treffen zur Vorbereitung eines Alternativen Kieler Kongresses:

 

Di., 8.3., um 19 Uhr, Pumpe, Gruppenraum 2