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Von IS-Faschisten bedrängt:

Sozialismus  oder Barbarei

01. November 2014 Halt Stand revolutionäres Rojava!, Hoch die Internationale Solidarität!, Weg mit dem PKK-Verbot!“ Unter diesen Losungen demonstrierten am 11. Oktober mehrere Hundert Kieler Bürger durch die Innenstadt. Seit dem Bekanntwerden der Schreckensnachricht vom Einfall des IS in Kobanê Anfang Oktober gehen europaweit in unzähligen Städten täglich Menschen in Solidarität mit der bedrohten Stadt auf die Straße. In der Türkei kam es dabei zu heftigen Kämpfen mit der Polizei, die dort teils mit Faschisten und IS-Anhängern paktiert. Mehrere Menschen starben bereits. Auch in Deutschland fanden allerorts Solidaritätsbekundungen statt. In Kiel demonstrierten am 6.10. spontan etwa 300 Menschen zum NDR-Gebäude, tags darauf versammelten sich 400 Demonstrant_innen vor dem Landeshaus. 

In dem Aufruf zur Demo am 11.10. hieß es u.a.: „Kobanê wird von den westlichen Imperialmächten den blutigen Händen der selbsternannten Gotteskrieger überlassen, weil die politischen und sozialen Prozesse, die dort in Gang gesetzt wurden, für ihre geopolitischen Interessen eine weitaus größere Gefahr darstellen dürften, als ein Mittlerer Osten, der in einem bestialischen Dauer-Bürgerkrieg versinkt. (...). Die Vereinbarung unter den NATO-Staaten scheint einfach und brutal: Als erstes soll das revolutionäre Rojava dahingerafft, als nächstes das syrische Assad-Regime zu Fall gebracht werden und frühestens dann erst steht der IS auf der Agenda der zu bewältigenden Probleme.

In Rojava haben sich in den letzten zwei Jahren, orientiert an den libertär-sozialistischen Ideen des Demokratischen Konföderalismus, Strukturen eines egalitären, selbstverwalteten und friedlichen Zusammenlebens über die künstlichen Grenzen der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Bevölkerungs- oder Religionsgruppen hin-weg herausgebildet. Diese sind nicht nur für türkische Nationalist_innen und religiöse Fundamentalist_innen ein Graus, sondern könnten langfristig auch zur Herausbildung eines stabilen Zusammenlebens im Mittleren Osten unter fortschrittlichen Vorzeichen beitragen, die den Zugriff  des Westens auf diese Region, genauso wie die Ideologie der Alternativlosigkeit im hiesigen politischen Mainstream erschüttern könnte. (…)

Kobanê ist in den letzten Wochen auch für viele Menschen, die keine persönlichen Verbindungen nach Kurdistan haben, ein Symbol für die Grundsatzfrage geworden, wie wir uns menschliches Zusammenleben auf dieser Welt vorstellen: Die Bestialität des Bestehenden oder Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, Solidarität und Freiheit? „Sozialismus oder Barbarei“ (Rosa Luxemburg)? Fällt Kobanê, fällt ein Stück  Menschlich- keit! Deshalb stehen wir an der Seite der Kämpfer_innen der YPG und der YPJ, an der Seite unserer kurdischen Genoss_innen hierzulande und an der Seite der hunderttausenden Menschen, die derzeit vor dem IS-Terror auf der Flucht sind. No pasarán!“

Am 25. Oktober 2014 fand in der Alten Meierei ein Konzert zur Solidarität mit Kobane statt (organisiert durch SprachkursteilnehmerInnen der ZBBS gemeinsam mit der Alten Meierei). Alle Einnahmen des Konzerts werden direkt an die Flüchtlingen von Kobani geschickt.                            

(gst)