Beiträge

1.Mai:

Zeit für mehr Solidarität

1.Mai

Bild: gst

01. Juni 2016 Die diesjährigen gewerkschaftlichen 1.Mai-Veranstaltungen standen unter dem Motto "Zeit für mehr Solidarität." In Kiel beteiligten sich über 2.000 Demonstranten an dem Demonstrationszug durch die Innenstadt und an der Maikundgebung vor dem Gewerkschaftshaus.

„Zeit für mehr Solidarität - In unserer Gesellschaft und vor allem auch in Arbeitswelt braucht es Solidarität zwischen den Generationen, zwischen Starken und Schwachen, mit Flüchtlingen und es bedarf eines gemeinsamen und unmissverständlichen Vorgehens gegen alle Formen prekärer Arbeit – auch, weil diese Arbeitsverhältnisse dazu beitragen, dass viele Beschäftigte in Altersarmut landen,“ so der IG-Metall-Bezirksleiter Meinhard Geiken in seiner Rede.

 

Der Vorsitzende der DGB Kiel Region, Frank Hornschu: „Von den etwa 120.000 Beschäftigten in Kiel arbeiten mehr als 70.000 atypisch. Sie sind entweder befristet oder in Leih-/Zeitarbeit oder in Werkverträgen/(Schein-)Selbständig oder unfreiwillig in Teilzeit oder in Minijobs als Hauptverdienst beschäftigt. Die Einkünfte reichen oft nicht zum Leben. Mehr als 8.500 Kinder leben in Kiel in Armut und immer noch bestimmt die Herkunft und der Geldbeutel der Eltern den Zugang zur Bildung. Über 3.000 junge Frauen und Männer finden keinen Ausbildungsplatz, obwohl deren Ausbildungsreife vorliegt. Rund 31.000 Menschen leben in Kiel dauerhaft von Hartz IV. Die Altersarmut wächst. All das führt zu riesengroßen Verunsicherungen, spaltet die Gesellschaft und gefährdet den Zusammenhalt. Wir brauchen mehr Solidarität und einem 'Masterplan Gute Arbeit' für die Kiel Region und dass der Grundsatz 'Eigentum verpflichtet' tatsächlich wieder Realität wird.“

Abschließend versicherte Hornschu: „Wir machen uns stark für gleiche politische und soziale Rechte für alle Menschen. Wir werden weiterhin den Geflüchteten zur Seite stehen und Solidarität üben. Asyl ist Menschenrecht. Die Ursachen von Flucht, Verfolgung und Vertreibung müssen konsequent reduziert werden. Und es gibt kein Recht auf Rassismus, Antisemitismus oder Faschismus. Wir werden uns den Feinden der Demokratie und den Feinden der Menschen überall entgegenstellen, ob auf öffentlichen Plätzen, auf der Straße oder in den Parlamenten.“

Hervorzuheben ist einmal mehr die Gewerkschaftsjugend, die mit einem bunten und lauten Block Akzente auf der Demo und setzte sowie die ver.di-jugend, gemeinsam mit dem ver.di-Fachbereich Gesundheit das Thema Personalbemessung im Krankenhaus und in der Pflege aktionsorientiert ins Bild setzte.  Das diesjährige gewerkschaftliche Motto „Zeit für mehr Solidarität“ wäre wie geschaffen gewesen, auch die internationale Solidarität hoch leben zu lassen, wie dies im letzten Jahr mit Beiträgen von griechischen und türkischen Kollegen der Fall gewesen war. Dieser Bereich fehlte diesmal leider ganz, was durchaus zu kritisieren ist.

Musikalisch schloss die  Wedeler Oma Körner Band – unter verschiedenen Namen seit den 70er Jahren für Frieden und soziale Gerechtigkeit im linken Spektrum unterwegs – die Maikundgebung optimistisch-kämpferisch ab, was durchaus zu loben ist.

(gst)