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Wir veröffentlichen hier einen Leserbrief der am 01. März 2017 im Suchsdorfer erschienen ist. (hg)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Zbei der letzten Ortsbeiratssitzung wurde u.a.von der Umgestaltung der Gebäude des Rungholtplatzes 1-3 sowie den wahrscheinlich entstehenden Neugebäuden gesprochen. Hierfür soll die Grünfläche hinter den Gebäuden 1-3 schwinden und auch der angrenzende Parkplatz soll mindestens einem weiteren Gebäude zum Opfer fallen. Diese Veränderungen wären noch nicht entschieden und der Bau würde ggf. auch erst in 5-10 Jahren stattfinden - so lauten die Aussagen von Herrn Warnecke, Herrn Hecht ( Investor) und Herrn Todeskino. Trotzdem wurde dieser Punkt als Dringlichkeitsantrag mit auf die Tagesordnung gesetzt.

Warum? Warum so eilig, wenn wir noch Jahre für die Planung Zeit haben. Herr Schmökel war das einzige Mitglied im Ortsbeirat, das kritische Nachfragen gestellt hat. Diese Fragen wurden aber leider von den anderen Ortsbeiratsmitgliedern sehr schnell und schonungslos aus-gebremst und abgewürgt. Kritische Nachfragen waren auch seitens der Bürgerinnnen und Bürger nicht gewünscht. Es ertönte öfter vom Vorsitzenden Warnecke: " Ich habe Ihnen nicht das Wort erteilt", womit er jegliche Diskussion gleich von vornherein im Keime ersticken wollte, was ihm damit auch leider geglückt ist. Fast im selben Atemzug wollte uns der Ortsbeirat sowie Herr Todeskino versichern, dass die Bürger im späteren Prozess auf jeden Fall beteiligt werden sollen. Warum später und nicht jetzt?

Auf die Frage einer Anwohnerin, ob wir im Rah men der Beteiligung einen Neubau verhindern könnten, gab es nur schwammige Auskünfte Dabei ist klar, dass mit dem Aufstellungs-beschluss der Startschuss zum Neubau gegeben wurde. Die oben genannte Anwohnerin wohnt schon etliche Jahrzehnte in direkter Nachbarschaft zu dem geplanten Vorhaben. Umso unverschämter empfand ich es, dass sie von dem Ortsbeiratsmitglied Herrn Koch sehr energisch darauf hingewiesen wurde, dass sie ja bereits uber 18 Jahre alt sei und es ihre freie Entscheidung" sei, wo sie wohnen will. Sie müsse dort ja nicht weiterhin wohnen bleiben, wenn ihr das geplante Vorhaben missfalle. Diese Aussage ist sehr spannend im Hinblick auf die ständig stattfindenden Diskussionen über Sachlichkeit im Ortsbeirat. Der Einzige, der sich zu diesem Thema aus dem Ortsbeirat sachlich und realistisch geäußert hat war Herr Schmöckel. Vielen Dank hierfur! So haben wir Bürgerinnen und Bürger zumindest die Möglichkeit, uns mit den tatsachlichen Fakten auseinanderzusetzen und so auch Beteiligung zu erreichen. Wahre Transparenz und Mitsprachemöglichkeiten sehen für mich anders aus. 

Ich finde es keineswegs verwerflich, wenn ich mich als Bürgern für den Erhalt meines Stadtteils in seiner jetzigen Form einsetzen möchte. Aber soll jetzt alles zubetoniert werden? Und warum können wir nicht einmal offen vorher darüber diskutieren, ob und wo etwas gebaut werden soll? Und warum darf es dann nicht legitim sein, auch mal zu sagen: hier nicht!? Der Rungholtplatz soll einen Treffpunkt fur uns Bürgerinnen und Bürger darstellen?!

Eine Bürgerin äußerte hierzu sehr richtig, warum das Pferd von hinten aufgezäumt werden müsse. Warum könne nicht die vorhandene Grünfläche hinter den Gebäuden Rungholtplatz 1-3 aufgewertet werden? Warum keinen Grillplatz schaffen? Oder für Sportmöglichkeiten Platz schaffen? Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ladenzeile. Der Investor versprach, eine Revitalisierung der Ladenzeile sowie eine Ausweitung dieser durch den Bau eines Gebäudes auf dem jetzigen Parkplatz. Ich denke, jeder Mitbürger wunscht sich die Revitalisierung. Der Eigentumer will nun aber noch eine zusätzliche Ladenzeile schaffen, Aber wieso sollte dies alles auf einmal so problemlos klappen? Wieso sollten sich Einzelhändler dort niederlassen, wo es jahrelang nicht geklappt hat? Wie soll da der Bau von 70 Wohneinheiten behilflich sein?

Zuletzt würde auch der Wegfall der Parkplätze ein großes Problem für die Anwohner dar-stellen, da bereits jetzt oftmals ein Parkplatzmangel vorherrscht. Die Überlegung des Investors, eine Tiefgarage zu schaffen, würde nur den zukünftigen Mietern nützen. Die bereits an-sässigen Mieter würden mal wieder das Nachsehen haben.

Ich hoffe, dass wir als Gemeinschaft unser Suchsdorf nach unseren Wünschen und Bedürfnissen wirklich aktiv mitgestalten können.

Caroline Rathje

 

Herr Hecht ist einer der Eigentümer der Gebäude Rungholtplatz 1-3

Herr Reinhard Warnecke (SPD) ist Vorsitzender des Suchsdorfers Ortsbeirates

Peter Todeskino (Bündnis90/Grüne) ist Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Bürgermeister

Dietrich Koch (Grüne) Ortsbeirat Suchsdorf

Ein Bebaungsplanverfahren beginnt in der "Regel" mit dem Aufstellungsbeschluss, den ein Hauptausschuss der zuständigen Stadtvertretung trifft. Inhaltlich ergibt sich aus dem Aufstellungsbeschluss welche Fläche überplant und wie das Planungsziel lautet. 

hg