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Demo am internationalen Frauentag, dem 8. März:

„Internationale Solidarität statt Patriarchat und Nationalismus!“

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01. April 2017 Ein Bündnis engagierter Aktivist*innen, Feminist*innen, Institutionen, Einrichtungen und Vereinen rief am 8. März, dem Internationalen Frauentag, zum Women*s March Kiel auf. Über 600 Demonstrant*innen trotzten dem Regen und zogen bunt ( so u.a. in pinkfarbenen Pussyhats) und kämpferischen Losungen ( „Men of quality don’t fear equality“- Qualitätsmänner fürchten keine Gleichheit) durch die Kieler Innenstadt.

Zum Women*s March Kiel aufgerufen hatten: Frauenhaus Kiel, Petze, Autonome Antifa Koordination Kiel, Kurdistan Solidaritäts-Komitee Kiel, AStA der CAU, Die Linke, SKB (Bund sozialistischer Frauen), Landesverband der Grünen, Juso Hochschulgruppe, Jusos SH, Subvertere Kiel, Antifa Neumünster, queer Referat der FH Kiel, laDIYfest Kiel und das Gleichstellungsbüro der Stadt Kiel.

„Lasst uns zusammen auf die Straße gehen! Für eine solidarische Welt, in der alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft, ihrer Identität, ihrem Glauben und ihrer sexuellen Orientierung uneingeschränkt gleichberechtigt zusammenleben! Für eine Welt ohne Sexismus, sexualisierte Gewalt und Rassismus! Mit unserem Women*s March Kiel reihen wir uns in die internationalen Proteste gegen patriarchale Gewalt und Nationalismus ein,“ hieß es u.a. in dem Aufruf.

„Alles, was wir in über 100 Jahren aufgebaut haben, droht aktuell durch ultrakonservative Tendenzen wieder zerstört zu werden“, fürchtet Ursula Schele, Petze-Geschäftsführerin, Vorstandsmitglied im Landesverband Frauenberatung LFSH und Trägerin der Andreas-Gayck-Medaille der Stadt Kiel in ihrer Rede auf der Kundgebung mit Blick auf die politische Situation in den USA und Europa.

Nicht eingebunden in den „Women*s March“ waren jene Akteur*innen, die man gemeinhin der „traditionellen Frauenbewegung“ zuordnet, also frauenbewegte Gewerkschafter*innen, Sozialdemo–krat*innen, Kommunist*innen. Über das Weshalb und Warum kann der Außenstehende (Mann) nur spekulieren – wünschenswert und zielführend kann eine Spaltung in „neue“ und „alte“ Frauenbewegung aber wohl kaum sein.            

(gst)

ver.di Nord fordert Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen deutlich zu verringern, um Altersarmut bei Frauen zu bekämpfen.


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di Nord) forderte anlässlich des Internationalen Frauentages alle politisch und wirtschaftlich Handelnden auf, endlich den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen zu bekämpfen, um die Lebenssituationen anzugleichen und vor allem die Altersarmut bei Frauen abzuwenden.

„In den letzten zehn Jahren hat sich der Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern um gerade mal zwei Prozentpunkte verbessert, von 23 auf 21 Prozent, und damit bildet die Bundesrepublik das Schlusslicht in Europa“, so Conny Töpfer, stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Nord.

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„Gerade am Internationale Frauentag muss die gesellschaftliche Herausforderung für Gleichberechtigung und für gleichwertige Bezahlung in den Vordergrund gerückt werden, wenn echte Gleichberechtigung keine hohle Phrase sein soll. Frauenberufe müssen deutlich aufgewertet werden. Gerade mit Blick auf die Altersarmut von Frauen sollten wir keine Zeit mehr verschwenden und Gas geben“, so die Gewerkschafterin weiter.

Den aktuellsten Daten von 2014 zufolge bezieht eine Frau im Schnitt nur 42 Prozent der gesetzlichen Altersbezüge eines Mannes in Westdeutschland und 23 Prozent in Ostdeutschland. „Die durchschnittliche Rentenhöhe für Frauen betrug 2014 in Schleswig-Holstein durchschnittlich 603 ?. Die niedrigen Renten der Frauen sind das Spiegelbild ihres Erwerbslebens mit fatalen Folgen für das Alterseinkommen,“ so die Gewerkschafterin.