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Hysterie zur rechten Zeit...

01. August 2017 Noch ist Sommerpause, aber die Wahlkämpfer hocken schon in den Startlöchern. Jetzt bloß nicht über Hart IV sprechen. Nicht über die wachsende Armut im Land, über die schwelende EU-Krise und die von Schäuble verordnete Verelendung Südeuropas. Nicht über die Waffenlieferungen in den Nahen Osten. Nicht über hier stationierte  Atomwaffen und Berlins Nichtbeachtung für die Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot. Nicht über die deutschen Bürger, die in den Knästen des NATO-Partners Türkei sitzen. Eingekerkert von jener Regierung, die von Deutschland und der EU viel Geld dafür bekommt, dass sie Flüchtlinge nicht weiter ziehen lässt. Nicht über das Bündnis mit jener Regierung sprechen, die dieses Geld unter anderem dafür verwendet, den ihr genehmen Teil der Flüchtlinge in den von Erdogans jüngstem Bürgerkrieg entvölkerten Städten anzusiedeln.

Auch bitte nicht über die mehr als 2000 Menschen sprechen, die in diesem Jahr bereits im Mittelmeer auf der Flucht nach Europa ertrunken sind. Und auch nicht darüber, dass die EU inzwischen viel Geld in als Küstenwache getarnte libysche Milizen steckt, die diese Flüchtlinge zum Teil aus internationalen Gewässern und dort zivile Helfer mit EU-finanzierten Waffen bedrohend zurück in die Foltergefängnisse ihres zerrissenen Landes zwingt.

Nein, nein. Wir brauchen unbedingt ein anderes Thema: Bürgerkrieg in Hamburg. Die Linke müsse sich sofort von den Gewalttätern distanzieren, tönt es aus den Berliner Regierungsparteien und ihren örtlichen Niederlassungen. Aber müssen wir, die wir uns für eine Welt ohne Ausbeutung und Kriege, ohne Armut und Hunger einsetzen, uns diesen Schuh anziehen? Wieso sollten wir Schuld an den Krawallen haben?

Nein, dass ist eher die Schuhgröße der Hamburger Polizeiführung und der in der Hansestadt Regierenden, also  der Sozialdemokraten und Grünen. Sie haben den Gipfel in eine Großstadt geholt, was das Chaos vorprogrammierte, sie haben die von vornherein auf Eskalation und Missachtung von Gerichtsbeschlüssen setzende Polizeitaktik politisch zu verantworten. Und natürlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mal wieder wie eine weibliche Inkarnation Buddhas stoisch über dem ganzen schwebt und im September gedenkt, die Früchte dieser sozialdemokratischen Polizeistaats-Show einzufahren. Dass die Sozis auch einfach nicht aus ihrer eigenen Geschichte lernen wollen.               

  (wop)