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Sigmar Gabriel:

Geschichtsvergessen oder dumm?

01. Oktober 2017 Angesprochen auf den mittlerweile wohl wahrscheinlichen Einzug der AfD in den Bundestag sagte Gabriel, „dann [hätten] wir zum ersten Mal nach Ende des Zweiten Weltkriegs im deutschen Reichstag wieder echte Nazis“. Gerade in der Nachkriegszeit saßen allerdings zahlreiche „echte“ Nazis in den westdeutschen Landesparlamenten und im Bundestag. Zwei Zwei Beispiele:

Ahrens, Karl (SPD) ab 1942 Mitglied der NSDAP , 1969–1990 Mitglied des Deutschen Bundestages, 1983–1986 Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates

Baeuchle, Hans-Joachim (SPD) Mitglied der NSDAP ab 1940,1969–1972 Mitglied des Deutschen Bundestages

und viele Abgeordnete aus allen Fraktionen. Siehe wikipedia: Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren.

Und im Landtag S-H ?

Für insgesamt 115 der 342 betrachteten Abgeordneten besitzen die Historiker gesicherte In-formationen über eine Mitgliedschaft der NSDAP. Das entspricht einem Drittel. In den ernannten Landtagen 1946 und bei der ersten Landtagswahl 1947 lag der Anteil ehemaliger Parteigenossen unter 10 Prozent. Bei der Wahl 1950 waren bereits 40 Prozent aller Abgeordneten der 2. Legis-laturperiode ehemalige Mitglieder der NSDAP – 1958 war es sogar mehr als die Hälfte. In den 60er Jahren sank der Anteil nur leicht. Erst ab 1971 sank der Anteil durch die eintretende Verjüngung des Landtags stärker. Fazit: von 1950 bis 1971 – also volle zwei Jahrzehnte – waren im schleswig-holsteinischen Landtag fast die Hälfte, teilweise über die Hälfte aller Abgeordneten ehemalige Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Quelle: https://www.shz.de/13378526

 hg