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Gewerkschaftsticker

01. Dezember 2017 Ritual oder richtige Mobilisierung? Die Tarifrunde der IG Metall startet unter neuen politischen Vorzeichen da die SPD nicht mehr an der Regierung beteiligt ist. Schwarz, Gelb und Grün sondieren Flexibilisierung und werden weitere ArbeitnehmerInnenrechte schleifen Die günstige Konjunktur hat die Profite der Großkonzerne nach oben getrieben; zugleich bedrohen Dieselskandal, Umstrukturierungen und Digitalisierung Arbeitsplätze. Die Forderungen, mit denen die IG Metall in die Tarifrunde gehen will, spiegeln diese widersprüchliche Situation wider. Die wichtigsten lauten: Sechs Prozent mehr Entgelt ,Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Darunter ist zu verstehen, dass Beschäftigte ihre Lebensarbeitszeit flexibler planen können sollen, z. B. indem sie zeitweilig auf eine 28-Stunden-Woche wechseln und dann auf ihr „Normalarbeitsverhältnis“ zurückkehren dürfen, sowie Entgeltzuschuss für Familie und Gesundheit. (hg)

Siemens: Es geht um alles für 6900 Beschäftige bei Siemens. Zum Auftakt des Protestes versammelten sich am 17. November über 1000 ArbeiterInnen und Angestellte vor der Berliner Siemens-Zentrale zu einer Kundgebung der IG Metall. Von den Kürzungsplänen sind auch Berliner Werke, allen voran das Dynamowerk betroffen. Hier soll die Produktion geschleift werden, 570 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Wie die Kundgebung deutlich zeigte, stehen die Siemens-Beschäftigten keineswegs allein da. In Berlin und bundesweit droht die Vernichtung tausender Industriearbeitsplätze, wie VertreterInnen von Ledvance (ehemals Osram) zu berichten wussten. Deren Berliner Werk soll geschlossen werden. 700 Menschen droht die Arbeitslosigkeit. (hg)

„Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung ist angesichts der hervorragenden Gesamtsituation des Unternehmens völlig inakzeptabel. Er kommt aus Sicht der IG Metall nicht einmal als ernsthafte Diskussionsgrundlage in Betracht.“ (Jürgen Kerner IG Metall)

Ratschläge der Wirtschaftsweisen sind unsozial und wirtschaftlich schädlich. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat das Jahresgutachten des Sachver-ständigenrates scharf kritisiert. „Die Mehrheit des Sachverständigenrates setzt mit ihren Vorschlägen den sozialen Zusammenhalt und den wirtschaftlichen Fortschritt in Deutschland aufs Spiel“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell am Mittwoch in Berlin. „Was die Ökonomen unter ‚zukunftsorientierter Wirtschaftspolitik‘ verstehen, muss einem Angst und Bange machen.“ (DGB)

Aktion: Trommeln für eine gute Rente. Mit einer Protestaktion unter dem Motto „Wir trommeln für eine gute Rente!“ hat der DGB im Vorfeld der entscheidenden Sondierungsrunde von Union, FDP und Grünen vor der CDU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin noch einmal deutlich gemacht: Wir brauchen jetzt einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die Botschaft: Die gesetzliche Rente muss gestärkt, der politisch verordnete Sinkflug des Rentenniveaus jetzt gestoppt werden. (DGB)

DieTägliche Arbeitszeit muss eine Grenze haben. (…) Beschäftigte brauchen planbare Arbeitszeiten“, fordert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach im Interview mit den Aachener Nachrichten. Forderungen, das Arbeitszeitgesetz aufzuweichen, erteilte sie eine klare Absage. (DGB)

Ungleichheit in Deutschland: Paradies für Wenige. Die so genannten Paradise-Papers sind der Beweis: Unternehmen und Superreiche verschieben vollkommen legal Riesensummen in Offshore-Zentren und sparen so Milliarden an Steuern. Die Zeche zahlen der normale Steuerzahler und die Gesellschaft. Nun muss der Staat die Steuerschlupflöcher für die Reichen endlich schließen und Finanztransfers in Schattenfinanzplätze unterbinden. (Der DGB-klartext.)

Gesundheit. Praxisgebühr, Zuzahlungen, Zusatzbeiträge – immer mehr Kosten müssen die Bürger/innen selbst tragen. Und immer weniger Pflegekräfte müssen immer mehr Kranke pflegen. Doch eine hohe Versorgungsqualität und gute Arbeit gehören zusammen. Nur wer selbst fair bezahlt und behandelt wird, kann anderen helfen, gesund zu werden oder es zu bleiben. (ver.di)

Abgeschlossene Tarifrunden.

Im Tarifkonflikt zwischen ver.di und dem privatwirtschaftlichen Entsorgungsunternehmen Suez Süd konnte ein Abschluss erzielt werden. Die Beschäftigten erhalten rückwirkend zum 1. August 2017 zwei Prozent mehr Geld und zum 1. August 2018 eine Lohnerhöhung um weitere zwei Prozent. Auszubildende erhalten für das Jahr 2017 275 Euro mehr, und für 2018 weitere 150 Euro.

In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von BP Europa SE: BP Oil Marketing / bp lubes Marketing haben sich Arbeitgeber und die IG BCE auf ein Ergebnis geeinigt. Demnach steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen rückwirkend zum 1. Oktober 2017 um 2,7 Prozent. Des Weiteren wurde die Übernahmeregelung für Auszubildende von einem Jahr ist bis zum 31. März 2020 verlängert.

In der 2. Verhandlungsrunde der laufenden Tarifverhandlung für die Beschäftigten der VIAS Rail GmbH konnte die EVG eine Einmalzahlung in Höhe von 1.080 Euro für den Zeitraum März bis November 2017 vereinbaren. Auszubildende erhalten für diesen Zeitraum 400 Euro. Die EVG fordert 6,5 Prozent mehr Geld plus 2,6 Prozent für das EVG-Wahlmodell. Die Verhandlungen wurden vorerst unterbrochen.

Nach drei erfolglosen Verhandlungsrunden in der Zementindustrie Nordwestdeutschland haben sich die Tarifvertragsparteien auf einen Schlichtungsspruch für die Mitglieder der IG BCE und IG BAU geeinigt. Demnach bekommen die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro. Ab dem 1. Dezember 2017 steigen die Einkommen um 2,7 und ab 1. Oktober 2018 um weitere zwei Prozent.

Iran: Freiheit für gefangenen GewerkschafterInnen! Im Iran sind GewerkschafterInnen der Verfolgung durch die staatlichen Behörden ausgesetzt. Ihre Rechte als ArbeitervertreterInnen und zivile Freiheiten werden verleugnet und führende GewerkschafterInnen werden auf Grund ihrer Aktivitäten, die der Verteidigung von Interessen der Beschäftigten dienen, verhaftet. Die Bildungsinternationale EI und die Internationale Transportarbeiter-Föderation ITF machen sich Sorgen, insbesondere um das Schicksal der Kollegen Reza Shahabi und Esmail Abdi.
https://www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=3638 


(Zusammengestellt von hg)