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Ökodorf in Kiel, eine EINLADUNG:

Impulse und Gedankenexperimente

01. Februar 2018 An sechs Abenden sollen Menschen zusammen kommen, die sich durch den Arbeitstitel „Ökodorf in Kiel und umzu“ angesprochen fühlen. Ich bin neu hier in Kiel – und würde es gut finden, wenn ich hier in ein „Ökodorf“ ziehen könnte. Soweit ich es bislang sehe, gibt es diese Möglichkeit aktuell nicht – bleibt also nichts anderes zu tun, als etwas Passendes zu schaffen.

An den sechs Abenden geht es mir um Begegnungen zu diesem Thema. Leitfaden für diese Begegnungen sind kurze, inhaltliche Impulse, die entweder aus relevanter Literatur zu diesen Themen stammen; oder aus eigenen Beobachtungen, die ich in ökologischen oder sozialen Projekten in Deutschland gemacht habe. Begegnungen bedeutet, dass wir miteinander ins Gespräch kommen - über eigene Erfahrungen, Träume, Pläne, Fragen...

Mit „Ökodorf“ wird in der Regel ein Ort bezeichnet, in dem eine besondere soziale Realität geschaffen wurde. Mit „Ökodorf in Kiel“ soll vor allem eine soziale Realität bezeichnet werden, die „in Kiel und umzu“ entsteht, wohl eher als Kooperation kleiner Inseln inmitten von Stadtteilen oder im nahen Umland. Oder doch ganz anders?

Für die 6 Abende wünsche ich mir Gespräche und Austausch zu folgenden 6 Teil-Aspekten dieser besonderen, sozialen Realität.

1. Gesellschaft auf Augenhöhe
Das auffälligste Merkmal in Ökodörfern sind große Plenums-Veranstaltungen. Sie stehen sinnbildlich für eine Grundhaltung, dass Menschen auf vielfältige Art und Weise in die Entscheidungsfindung und das Geschehen einbezogen sind. Ein Buchtipp dazu: „Reinventing Organizations“, von Frederic Laloux http://www.reinventingorganizations.com/

2. Wovon mehr, wovon weniger?
Ökodörfer sind natürlich „ökologisch“ und „nachhaltig“. Aber was bedeutet das für jede oder jeden von uns? Für mich persönlich stand in den letzten Jahrzehnten ein Weniger an CO2-Emissionen in meinem Fokus; so sehr im Fokus, dass ich manch andere Themen übersehen habe. Was also ist „uns“ wichtig? Wovon mehr? Wovon weniger? Zum Klimaschutz und CO2 mein Buchtipp: „Selbstverbrennung“, von Hans Joachim Schellnhuber

3. Kapital für alle!
„Klimaschutz ist kein moralisches Problem, sondern ein ökonomisches. Daher brauchen wir nicht mehr Moral, sondern eine andere Ökonomie.“ Habe ich mal irgendwo gelesen,... und für richtig befunden. In Ökodörfern werden vielfältige ökonomische Alternativen erprobt, die Gemeinschaftsräume sind ein offensichtliches Beispiel. Kapital ist die Grundlage für ein gutes Auskommen. Für ein „bedingungsloses Grundauskommen“. Mein Buchtipp dazu: „Das Kapital im 21. Jahrhundert“, von Thomas Piketty

4. Arbeit für alle!
Während in unserer „Normalgesellschaft“ eine hohe Arbeitslosigkeit (mit all seinen sozialen Folgen) ein akzeptiertes, alternativloses Phänomen zu sein scheint, habe ich in sozial- ökologischen Projekten ein ähnliches Phänomen nicht beobachtet. Im Gegenteil: An manchen Orten wird auf vielfältige Art danach gesucht, wer welche persönlichen Potentiale entfalten möchte. Das Ergebnis: Ein lebendiges Miteinander und das Erleben eigener Wirksamkeit.Mein Buchtipp dazu: „Befreiung vom Überfluss, Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie“, von Niko Paech.

5. Störungen haben Vorrang!
„Ein lebendiges Miteinander“ bedeutet ein Mehr an Freude und tieferes Empfinden. Es hat jedoch auch – wie jeder Lernprozess – das Potential, dass wir unsere eigenen Grenzen und die Grenzen anderer stärker spüren. In Ökodörfern habe ich häufig Strukturen gefunden, die helfen, dass solche Grenz-Erlebnisse oder Störungen ihren Ausdruck finden,... zum Nutzen derer, die sich mitteilen; und zum Nutzen der ganzen Gemeinschaft. Literatur-Empfehlungen könnten hier jetzt in großem Umfang gegeben werden. Mein persönlicher Favorit ist nach vielen Jahren immer noch: „Von der Psychoanlayse zur themenzentrierten Interaktion – von der Behandlung einzelner zu einer Pädagogik für alle“, von Ruth Cohn

6. Mehrgenerationen-Wohnen oder intentionale Gemeinschaft?
Wie viel gemeinsame Werte braucht ein Ökodorf? Ein ergebnis-offener Abend. Gemeinschaft entsteht im Gemeinsamen tun. So kann man beobachten, dass jedes einzelne öko-soziale-Projekt oder jedes Ökodorf eine bestimmte „Ausrichtung“ hat. Es gibt einen Kanon an geteilten Werten, manchmal gibt es eine kulturelle Spezialisierung, manchmal eine gemeinsame politische Praxis oder manchmal eine religiöse Ausrichtung. Wieviel gemeinsame Werte, wieviel gemeinsame Ausrichtung braucht eine Gemeinschaft – oder reicht es aus, ein „Mehr-Generationen-Wohnen“ mit „Offenheit und Toleranz“ zu planen? Für was sind wir offen, wo endet unsere Toleranz – und welche gemeinsamen Werte braucht ein „Ökodorf in Kiel und umzu“? Buchtipp: „Dragon Dreaming – Projektmanagment für kollektive Kreativität und nachhaltigen Erfolg“, ein e-book von www.fuereinebesserewelt.info www.dragondreaming.org

Alte Mu; Lorentzdamm 6-8; Kiel

Jeweils donnerstags, 19.00 Uhr

25.01.,
Gesellschaft auf Augenhöhe
01.02.,
Wovon mehr, wovon weniger?
08.02.,
Kapital für Alle!
15.02.,
Arbeit für Alle!
22.02.,
 Störungen haben Vorrang!
01.03.,
Mehrgenerationen-Wohnen oder Intentionale Gemeinschaft?

Kontakt und Anmeldung: Ralf Boje, ralf.boje@gmx.de
 Eintritt frei, um eine Beteiligung an den Raumkosten wird gebeten.