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Südspange Kiel-Gaarden:

Bielenbergkoppel ... schöner als jede Autobahn

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01.05.2018 Im Dezember 2016 wurde der sogenannte Bundesverkehrswegeplan 2030 vom Bundestag abgesegnet. Die Südspange Kiel ist darin als „vordringlicher Bedarf“ aufgeführt. Im Juni '17 hat die Ratsversammlung mit den Stimmen von SPD, CDU, FDP, SSW und dem NPD-Vertreter eine „schnellstmögliche“ Planung und Realisierung der Südspange begrüßt.

Das heißt, die Südspange wird gebaut. Ziemlich sicher. Nicht vom allmächtigen lieben Gott, sondern vom Landesbetrieb Straßenbau.

Widerstand ist möglich und auf der Internetseite www.bielenbergkoppel.de werden die Argumente zusammengetragen um „ein wundervolles, einzigartiges und wertvolles Stück Kieler Natur zu bewahren. Und auch die Kleingärten von hunderten Kielerinnen und Kielern. Vor einem Verkehrsprojekt, das völlig aus der Zeit gefallen ist angesichts der Herausforderung des Klimawandels, veränderten Prioritäten und des technologischen Fortschritts.“

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Südspange Gaarden, mögliche Trassenführung, inkl. „Autobahnkreuz Kalsburg“ am Viehburger Gehölz, planiertem Eiderwanderweg und verlegter Segeberger Landstraße.

Die Internetseite zeigt Bilder aus dem betroffenen Teil des historischen Grüngürtels und wirbt für Alternativen zu der geplanten Umweltvernichtung durch die geplante Autobahntrasse. Ein Projekt, das angeblich durch ein „geschlossenes Siedlungsgebiet mit geringer Umweltbetroffenheit“ führt.

Vordergründig geht es darum, dass die B404 eines Tages als A21 in Kiel enden soll. Die Einschätzung ist, dass das jetzige Barkauer Kreuz (B404/B76) und der bereits jetzt überlastete Theodor-Heuss-Ring von Verkehr entlastet werden müssten, wenn die Autobahn da ist.

Der Grundgedanke ist, dass der vom Süden kommenden Verkehr Richtung Ostufer nicht mehr über das Barkauer Kreuz geführt wird, sondern mit einer vierspurigen Straße, der Südspange, durch den Grüngürtel Richtung Gaarden gelenkt wird. Komplettiert wird die Südspange aber erst mit der nördlichen Verlängerung, dem Ostring II.

Die Einstufung in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes erfolgte allerdings nicht aus dem Grund, dass die Südspange irgendein Kieler Verkehrsproblem lösen würde, sondern auf Grund eines offensichtlich schöngerechneten Nutzen-Kosten-Verhältnisses von 4,1. Heißt übersetzt: Jeder investierte Euro bringt 4 Euro volkswirtschaftlichen Nutzen. Zugrunde liegen u.a. die Annahmen, dass die Südspange wie bereits erwähnt durch „geschlossenes Siedlungsgebiet“ führe und nur eine „geringe“ Umwelt-Betroffenheit vorhanden sei.

Die genaue Trassenführung würde erst im Zuge der weiteren Planung festgelegt werden. Im Zuge der Vorplanung wurden im Auftrag des Kieler Tiefbauamtes verschiedene Alternativen für den Anschluss der A21 an Kiel geprüft. Im sogenannten Erläuterungsbericht (siehe Ratsinfo-System),  finden sich sehr detaillierte Karten, wie die Südspange umgesetzt werden könnte.

Wichtig ist, dass die Südspange nicht nur eine Straße „von A nach B“ ist, sondern dass dabei weitere Baumaßnahmen nötig würden, die noch mehr Natur und Kleingärten zerstören würden.

Von West nach Ost

Am Viehburger Gehölz, insbesondere auf dem Gebiet der heutigen Bielenbergkoppel 3 des Kleingartenvereins Gaarden-Süd, ist ein Autobahnkreuz mit „Kleeblatt“ vorgesehen. Sehr viele Gärten und Lebensräume für geschützte Tierarten würden hier zerstört werden. Die eigentliche Südspange führt dann über das Kleingartengebiet nach Nordosten über die Gleise der Bahnstrecke Kiel-Hamburg. Es sind hier nun zwei Varianten im Gespräch, entweder nördlich oder südlich des Gütergleises Richtung Ostufer. Die nördliche Variante innerhalb des Gleisdreiecks  (s. Abbildung) ist wohl wahrscheinlicher. Nach Überquerung der Bahnstrecke Kiel-Lübeck gehts weiter durch Kleingärten zur Segeberger Landstraße, wo der Kleingartenverein Kiel-Gaarden-Süd e.V. sein Vereinsheim (noch!) hat und weiter auf der heutigen Straße „An der Kleinbahn“, um dort an die B76 angebunden zu werden.

Aber das ist längst nicht alles

Da auf der A21, die am Barkauer Kreuz enden soll, kein innerstädtischer Verkehr möglich ist (KVAG-Busse, Radverkehr), wird die Flintbeker Straße zur Durchgangsstraße und weiter auf den heutigen Eiderwanderweg verlängert, um dann sozusagen als Extra-Straße nach Kronsburg zu führen. Absolut gruselig, wenn man die Verhältnisse vor Ort kennt.

Was sind die Argumente gegen die

Südspange?

In Stichworten:

•        Die geplante Südspange löst keine Verkehrsprobleme, sondern verlagert und verschärft diese.

•        Sie wirkt sich kontraproduktiv auf den Klimaschutz aus

•        Ein besonders schützenswerter Teil des Kieler Grüngürtels wird zerstört - für immer.

•        Viele KleingärtnerInnen verlieren ihre Gärten, ein Erholungsraum geht verloren.

•        Es gibt bessere Alternativen, die Priorität haben sollten.

Die Südspange ist keine Lösung!

Der Theodor-Heuss-Ring macht bundesweit Schlagzeilen wegen drohender Fahrverbote. Anwohner, nicht nur im Kieler Süden, leiden unter Lärm und Abgasen. Pendler stecken in verstopften Straßen fest. Die größten Probleme würden durch die Südspange nicht gelöst, sondern höchstens woanders hin verlagert. Und man schafft sogar Anreize für mehr Autoverkehr. Wer als Arbeitnehmerin zu Kiels größtem Gewerbegebiet in Wellsee pendelt oder wer im wachsenden Stadtteil Neumeimersdorf wohnt, wird durch eine neue Schnellstraße in Reichweite kaum animiert, in ein KVG-Monatsticket statt in ein eigenes Auto zu investieren.

Zu Recht heißt es: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“. (KN 3.5.2016)

Laut Prognosen würde beispielsweise die Alte Lübecker Chaussee 40% Verkehr im Jahr gegenüber 2013 haben, wenn die Südspange 2025 fertig wäre. Die Kieler Abgas- und Lärmhölle, der Theodor-Heuss-Ring westlich des Barkauer Kreuzes, noch einmal 25% mehr.

Klimaschutz – Thema verfehlt!

Im Dezember 2015 wurde in Paris ein völkerrechtlich bindendes Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen verabschiedet, das von mittlerweile 145 Staaten ratifiziert wurde. Auf lokaler Ebene will Kiel bis zum Jahr 2050 den Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95% reduzieren. Im kürzlich veröffentlichten „Masterplan Mobilität“ der KielRegion heißt es zu den Klimaschutzzielen, dass Kiel den Autoverkehr bis 2050 um 40% (gegenüber 2015) reduzieren müsse. Wenn man diese Ziele ernst nimmt, dann passen neue Straßen nicht dazu. Weder die Südspange, noch der Ostring II.

Ein besonders schützenswerter Teil des Kieler Grüngürtels – sinnlos zerstört?

Über 300 Gärten werden wieder wegfallen. Betroffen sind hunderte Kielerinnen und Kieler und deren Angehörige und Freunde. Wer einen Schrebergarten hat, gehört in der Regel nicht zu den Wohlhabenden, die sich einen eigenen Garten leisten können. Es sind häufig diejenigen, die in Mietshäusern an lauten Straßen wohnen, wie z.B. der Alten Lübecker Chaussee. Es ist ein Hohn, dass von Seiten der Befürworter mit einer angeblichen Entlastung von Anwohnern argumentiert wird, wenn im (realen!) Extremfall Kleingärtner für die Südspange nicht nur ihre langjährige Parzelle verlieren, sondern zusätzlich auch noch den erhöhten Verkehr durch die Südspange ertragen sollen.

Für das Gebiet der geplanten Südspange, aber ganz besonders für den Bereich des geplanten Autobahnkreuzes Karlsburg am Vieburger Gehölz gilt: Etliche Tiere von den „Roten Listen“ gefährdeter Arten in Schleswig-Holstein sind hier heimisch. Dokumentiert und/oder teilweise seit vielen Jahren im Kleingartengebiet bekannt.

Vom Aussterben bedrohte Kreuzottern, stark gefährdete Ringelnattern oder Zauneidechsen, dazu noch etliche Arten von der sogenannten „Vorwarnliste“ wie Rotmilan oder Grünspecht. Dazu noch unzählige Arten, die laut Naturschutzgesetz „besonders oder streng geschützt“ sind wie Fledermäuse, Hornissen oder Sperber. Für den „Prüner Schlag“ wurden im Zusammenhang mit dem Bau von Möbel Kraft mindestens 8 Fledermausarten und 59 Brutvogelarten nachgewiesen.

Es ist wahrscheinlich, dass der nun bedrohte Teil des Kieler Grüngürtels noch sensibler ist.

Denn was für den betroffenen Kleingartenverein eine finanzielles Fiasko ist, ist ökologisch ein absoluter Glücksfall: Etliche Gärten im Bereich des geplanten Autobahnkreuzes sind seit vielen Jahren nicht verpachtet und werden es vermutlich auch nie wieder sein. Die Natur hat sich diesen Bereich längst zurück erobert. Die Nähe zum Meimersdorfer Moor und zum Vieburger Gehölz tut ihr übriges.

Man kann nur an alle Kielerinnen und Kieler, denen die Umwelt am Herzen liegt, appellieren: Helft mit, diesen Wahnsinn zu stoppen !!!

Zu einem sogenannten „Talk Walk“ lud die Initiative „Süden ohne Spange“ (SOS) im April ein, die sich auf bisher zwei Treffen gebildet hat. Dabei handelte es sich um einen Spaziergang zur Erkundung des betroffenen Gebietes und ein gegenseitiges Kennenlernen von Aktiven und Interessierten.

Weitere Infos auf der Internetseite www.bielenbergkoppel.de

(Quelle: www.bielenbergkoppel.de, Zusammenstellung uws)